Sonntag, 31. August 2014

Der Tag an dem ich mein Frühstück vergaß - oder - Ich habe versagt


Es hat keinen Tag gegeben, an dem ich nicht an meinen Blog gedacht habe. Aber ich hatte irgendwie keine Zeit - nie. Oder besser: Ich habe mir eingeredet ich habe keine Zeit - für nichts.

So im Nachhinein kann man das - wenn man es nett ausdrücken will - als eine Art Selbstversuch ansehen.


Weihnachten war noch gut überstanden, der neue Job hat angefangen,... Alles Neu irgendwie. Alles Gut irgendwie.

Zuhause war es überhaupt kein Problem. Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, Irgendetwas mit Kohlenhydrate zu kaufen. Frühstück, Mittagessen, Abendessen - alles nach LCHF.

Da ich schon früh anfing zu Arbeiten, nahm ich mir mein Frühstück mit. Ich aß an meinem Schreibtisch, während meine Kollegen in die Kantine gingen.

Und dann kam der Tag, der alles zerstörte... Der Tag, der mich noch lange verfolgen wird...

Der Tag, an dem ich mein Frühstück vergaß.


Klingt sehr dramatisch, ist es zum Teil auch. Im Nachhinein glaube ich, dass es genausogut ein anderer Tag sein hätte können, eine Spirale hat mich einfach nach unten gezogen. Irgendwann - an irgendeinem anderen Tag - wäre es vermutlich dennoch so gekommen.

Ich war verzweifelt. Ich hatte kein Frühstück mit, würde aber bald hungrig werden, und in der Kantine gab es NUR KOHLEHYDRATE. Jedes einzige Regal, jeder winzige Winkel voll mit dem Monster.

Hilft nichts, essen muss man ja. Also ging ich mit in die Kantine - mit zu dem Monster. Aber anstatt den Belag aus der Semmel zu nehmen, biss ich rein. Kaute voller Angst, Böshaftigkeit, Trotz, Scham und Versagen darauf rum. Ich habe mich nicht gefreut, endlich eine Ausrede zu haben, wieder KH zu essen. Im Gegenteil! Ich wusste, was KH mit mir anstellen können und wie viel besser es mir jetzt ging. "Ja, hier gibt es nicht anderes! Aber du bist selbst schuld! Hättest du dein Frühstück nicht vergessen, müsstest du das hier jetzt nicht essen. Selbst Schuld. Also isst du das jetzt! So wie es ist!"

Ich habe mich selbst bestraft.

Wie viel einfacher es jedoch war, einfach etwas aus dem Regal zu nehmen, als schon Tage vorher das Frühstück planen, einkaufen, zubereiten, mitzunehmen und dann alleine auf dem Platz zu essen... Und die Spirale fing an sich zu drehen.

Ich habe langsam wieder immer mehr Kohlenhydrate gegessen. Zuerst nur 1-2x pro Woche, später immer zum Frühstück. Es schien mir einfach nicht mehr machbar, mir selbst Frühstück mitzunehmen, anstatt mir in der Kantine ein Weckerl zu kaufen.

Zuallererst dachte ich an die, die einen Cheatday einlegen. "Die essen ja dann immer einen ganzen Tag KH. Da bin ich mit meinem Frühstück sowieso noch drin, das gilt nichtmal als cheaten."

Dann mehr wie "Ok, Cheatday ist es keiner mehr, aber es ist ja nur das Frühstück. Viele Ernährungsberater sagen, dass man nur am Abend die KH weglassen soll." (Was ich von solchen Beratern halte, habe ich hier komplett verdrängt...)

Und schlussendlich sah ich es als Selbstversuch. "Die Meisten sagen sowieso, dass sie LCHF nur eine Zeit lang machen wollen und dann ihren Körper langsam wieder an KH gewöhnen, um das Gewicht zu halten. Mal schauen, ob das funktioniert." Das es dennoch meine Gesundheit zerstört - verdrängt.

Das das - wohlgemerkt in meinen Augen - Schwachsinn ist wusste ich, aber dennoch war es eine Ausrede, um mich nicht noch schlechter zu fühlen, an die ich mich festklammerte.

Mit den Nebenwirkungen kamen weitere. Ich war immer so müde, dass ich mich nach der Arbeit direkt ins Bett legen musste.

Zu müde. Zu schwach.
Kochen? Morgen.
Wäsche waschen? Morgen.
...

Und so ganz nebenbei wurde ich wieder dicker und dicker.

Das Böse ist, dass ich wirklich - Hand aufs Herz - keine Kohlenhydrate essen wollte. Irgendwie wollte ich mich bestrafen. Woher kommt das?

Ich habe versagt.

Fazit meines Selbstversuchs: Kohlenhydrate waren immer schon böse, sind böse und werden auch immer böse bleiben. Sie haben in meiner Ernährung nichts verloren.

Meine wundervolle Tante hat mich gefragt, was ich an mir schön finde. 5 Dinge sollte ich finden.

Ich fand 2.
Nach langem überlegen. Nicht so prickelnd.

Ich habe gemerkt, dass es oft mehr braucht, als nur die Ernährung umzustellen. Es ist etwas, wie mit dem Rauchen - es ist Kopfsache. Hat es im Kopf "klick" gemacht, schafft man es - wenn nicht, dann nicht. Ist man mit sich selbst nicht im reinen, wird man immer wieder - vielleicht nicht morgen oder übermorgen, aber in ein paar Jahren - wieder zurück in diese alten Gewohnheiten fallen.

Nun habe ich einen langen Weg vor mir. Nicht nur, bedarf es einer neuen Ernährungsumstellung, sondern auch einer Generalsanierung meines Ichs.

Irgendwann schaff ich es dann!

/little MissBennet

Donnerstag, 13. Februar 2014

LCHF-Cordon-Bleu



Mums wie der Schwede so schön sagt. Ich liebe ja Cordon. Das geht echt immer.

Da wir aber leider momentan keinen Fritter haben, muss ich die noch im Topf rausbraten und das ist einfach nicht dasselbe. Daher bekommen wir "Paniertes" nur sehr selten.

Vorige Woche habe ich aber mal Cordon Bleu gemacht und was soll ich sagen - einfach nur Mums. Super lecker...

Dazu gab es LCHF-Kartoffelauflauf (Rettich).

Für 4 Portionen
4-6 Scheiben großes Schnitzelfleisch
ca 150g Käse
ca 150g Schinken oder Speck
3 Eier
geriebenen Parmesan

viel Olivenöl


Die Schnitzelscheiben mit einem Fleischklopfer (oder wie ich einem Hammer) ganz dünn klopfen. Das Geheimnis eines guten Schnitzels oder Cordon Bleu ist, dass man es wirklich sehr dünn rausklopft.

Den Fritter anwerfen, oder einen Topf mit reichlich Olivenöl auf mittlerer Hitze wärmen. Ich habe einen kleinen Topf benutzt, in dem ich nur jeweils ein Cordon Bleu rausbacken konnte, damit ich nicht soviel Öl brauche. Das Fleisch muss nämlich wirklich im Öl schwimmen und darf am Boden nicht aufliegen, sonst brennt es an.

Die ausgeklopften Fleischstücke dann auf einer Hälfte mit Käse und Schinken/Speck befühlen. Die leere Seite drüberklappen. Spießchen durch das Fleisch stecken, so dass nichts rausfällt.

Die Fleischstücke gut in den versprudelten Eiern baden, bis alles bedeckt ist und es danach gleich in eine Schüssel mit geriebenem Parmesan geben, bis alles bedeckt ist.

Jetzt nur noch die Cordon Bleus im Öl rausbraten bis sie goldbraun sind. Vorsicht! Das Öl darf nicht zu heiß sein. Da das Cordon ziemlich dick ist, besteht sonst die Gefahr, dass es außen schon goldbraun ist, innen aber noch roh. Das dauert ein paar Minuten.

Mahlzeit!

/little MissBennet

Dienstag, 11. Februar 2014

There is no "we" in food



Kennt ihr das auch? Der Freund, Bruder, Mutter,... alle wollen an DEINEN Teller. "Isst du das noch?", "Wie schmeckt's? Wart ich kost lieber mal selber" und die Gabel wandert schon zu meinem Teller.

Beim Kartenspiel und beim Essen hört die Freundschaft auf...

/little MissBennet

Montag, 10. Februar 2014

Eiweißbrot-Vergleich und was ich davon halte




In welches Low-carb Forum man auch schaut, Eiweißbrot ist in aller Munde.

Brot. Schon was feines oder? Das vermisse ich ehrlich gesagt am meisten. Ja, klar könnte ich mir Oopsies oder Ähnliches machen, aber mir fehlt die Zeit und die Lust und so dringend brauch ich jetzt auch kein Brot.

Aber ich vermisse es halt schon sehr. Und weil alle soviel von Eiweißbrot schwärmen, muss ich das natürlich auch probieren.

In Österreich hab ich zwei gefunden. Das Guten-Abend-Brot vom Hofer (etwas komisch der Name oder?) 14g KH/100g und das Eiweißbrot von Mestemacher beim Billa 7g KH/100g.


Das Guten-Abend-Brot sieht aus wie dunkles Toastbrot, nur viel kleiner. Ich finde es wird im Mund etwas schwammig, aber trotzdem nicht schlecht. An das echte Brot kann es aber nicht ran. Dafür kann man mit diesem Brot ganz tolle Toasts machen. Die sind echt super lecker.

Mein Problem ist nur, dass sie einfach sooo klein sind. Ich habe immer Angst, dass ich nicht satt werde (ich arbeite dran). Bei so kleinen Brotscheiben, kommt es dann schon vor, dass ich aus Angst einige mehr esse, als ich eigentlich sollte/brauche/will - einfach, weil es nach so wenig aussieht.

Leider hält es sich auch nicht so lange. Friert man es ein, ist das aber ok.

Fazit: Ok, aber zu klein. Vom Hocker haut's mich nicht.


Das Eiweißbrot vom Biller ist gleichmal um einiges größer. Eine richtig nette Portion, so eine Scheibe Brot. Und da sie relativ groß aussieht, verschwindet bei mir die Gefahr auch, dass ich 2 oder 3 Scheiben esse. Lässt sich dafür aber nicht so toll toasten.

Geschmacklich ist es echt toll. Es schmeckt sehr nach Körnchenbrot. Mit etwas Salat und viel Käse und Majo - perfekt. Und es hält sich verpackt sehr lange.

Fazit: Mein Gewinner im Vergleich.


Die Sache ist die. Es ist ja ganz toll mit den wenigen Kohlenhydraten im Brot, aber sieht man sich die Inhaltsangabe an, dann ist das wieder nicht so toll.

Es stecken wieder fast nur Inhaltsstoffe drin, die für den menschlichen Körper einfach nicht natürlich sind.

Ein Pfeiler des LCHFs ist es, natürliche Lebensmittel zu konsumieren, die wir schon seit Millionen Jahren essen. Diese Lebensmittel sind für unseren Körper geeignet.

Will man nur abnehmen - Klar, go for it! Will man aber gesund leben, sollte man auf Dauer die Finger davon lassen.

/little MissBennet

Montag, 3. Februar 2014

Mein erster Wunderling




Mit Karotten (ca 4,8g KH) sollte man zwar bei LCHF vorsichtig sein, diesem Wunderling konnte ich aber nicht widerstehen.

Was sind diese Wunderlinge überhaupt?

Billa bietet seit kurzem Gemüse und Obst an, dass für manche Augen "wunderlich" aussieht. Sie sind zu groß, zu klein, zu krumm für den "normalen Verkauf" oder haben Hagelschäden oder kleine Flecken.

Kurzum: Super Gemüse/Obst, dass sonst im Müll landen würde.

Als Enkelin einer Bäuerin weiß ich, wie Gemüse bzw Obst aussehen muss: einfach so wie es wächst. Ob klein oder groß, krumm oder gerade - es schmeckt immer. Naja, solange es nicht verdorben ist eben...

Da wir aber so verwöhnt sind, wollen wir natürlich nur das Beste. Also schaffen es natürlich gewachsene Lebensmittel kaum in den Supermarkt. Da darf kein Fleck nicht dran sein, es darf nicht krumm sein und natürlich muss alles eine Größe haben.

Habt ihr schon mal die Zucchini im Supermarkt gesehen? Alle exakt die gleiche Größe. Da wundert man sich. Weil die Natur macht uns alle unterschiedlich - auch die Lebensmittel.

Das krumme wird Tieren gegeben oder landet überhaupt auf dem Müll. Super tolle Lebensmittel - einfach in den Müll.

Langsam denken wir aber endlich um (manche zumindest, wenn man sich da mal Billas Facebook-Seite ansieht...). Mehr hin zur Nachhaltigkeit und weg von der Verschwendung.

Tolle Sache!

Billa hat den Trend erkannt und seine Wunderlinge auf dem Markt gebracht. Und bevor jetzt gleich alle schreien: Natürlich will er auch Geld damit verdienen. Was wäre das für ein blödes Unternehmen wenn nicht. Aber was juckt mich das, wenn ALLE daran gewinnen?

Ich bekomme super tolle Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden, zu einem super tollen und viel billigeren Preis.

Wir bewirken ein Umdenken bei den Menschen - hin zur Natürlichkeit - und das kann man einfach nur gut heißen!

I love it!

Leider war der Spar immer viel viel näher als der Billa und ich hab es bis vor kurzem kaum hingeschafft. Da mein Heimweg aber jetzt an einem Billa vorbeiführt, hab ich es endlich geschafft: Meine ersten Wunderlinge wurden gekauft.

Es gibt natürlich nicht das ganze Sortiment. Das was halt gerade zu haben ist.

Ich hätte heute Mini-Zucchini, Mini-Kartoffeln, Hagelschäden-Paprika und Riesen-Karotten bekommen.

Nach Zucchini wars mir heute nicht, die Paprika waren mir zuviel, Kartoffeln ess ich nicht, also wurden es Karotten. Da kann ich mir immer eine in die Arbeit mitnehmen - so als Snack zwischendurch. Käse und Speck drum herum - perfekt!

Zuhause hab ich sie dann genau inspiziert. Was steckt wirklich hinter den Wunderlingen?

Also die meisten sind wirklich sehr groß, manche aber auch normal. Ein paar sind bei der Hälfte abgebrochen. Das wars.

Was daran jetzt wunderlich sein soll, verstehe ich nicht. Ich mag sie! Und eine Kostprobe hat gezeigt - und jetzt anschnallen - sie schmecken wie Karotten schmecken müssen.

Ich liebe die Idee. Sie bewirkt ein Umdenken, wir schmeißen weniger weg und sie kosten weniger. Win-Win würd ich da mal sagen.

Jetzt fehlen nur noch die anderen Supermärkte und irgendwann sind die Wunderlinge vergessen und wir essen nur noch Lebensmittel, die wachsen dürfen, wie sie eben wollen... *träum*

/little MissBennet


Mittwoch, 22. Januar 2014

LCHF Quiz


Das LCHF Quiz ist online!

Teste Dein Wissen über LCHF und Ernährung.

Zum Quiz

Viel Spaß!

/little Miss Bennet

Donnerstag, 9. Januar 2014

Wenn die Wahrheit plötzlich nicht mehr stimmt


“Es ist verwirrend, wenn die Wahrheit plötzlich nicht mehr stimmt. Es war wie eine Bibel, dass man nach dem Tellermodell (Anm. Pyramidenmodell) essen soll. Allen im Gesundheitswesen ist das so gelernt worden.“
Ulf Rosenqvist, Oberarzt an der Klinik in Motala, Schweden

Die Aussage des schwedischen Oberarztes im Oktober 2013 hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Ich habe mich immer über die Ignoranz vieler im Gesundheitswesen aufgeregt. Es gibt neue Studien die deutlich aufzeigen, dass die Angst vor Fett unberechtigt, ja sogar in die völlig falsche Richtung geht. Dennoch halten sie an dem Pyramidenmodell fest. 
Nach dieser Aussage, kann ich dies jedoch nachvollziehen. Wir alle werden mit bestimmten Werten erzogen. Diese Werte bestimmen uns und unsere Wahrheit. Erweisen sich diese dann als falsch, will man dies nicht wahrhaben. Verständlich. Immerhin war es ja immer Richtig. Warum soll es jetzt falsch sein? 
Dennoch ist es wichtig, für Neues offen zu sein und sich neuen Studien und neuen Wahrheiten nicht zu verließen. Ganz besonders wenn es um unsere Gesundheit geht. 
Nun bin ich auf einen Artikel von einem amerikanischen Arzt gestoßen, den ich gerne mit euch teilen möchte. 
Dr. Dwight Lundell 
Wir Ärzte mit unserer tollen Ausbildung, unseren Fähigkeiten und unserer Autorität, schaffen uns oft ein großes Ego, welches es oft schwer macht, Fehler einzugestehen. 
So ist die Lage. Ich gebe gerne zu, dass ich falsch gelegen habe. Als Herzchirurg mit 25 Jahren Erfahrung, und nachdem ich über 5.000 offene Herzoperationen durchgeführt habe, ist es nun an der Zeit, richtigzustellen, was mit den medizinischen und wissenschaftlichen Tatsachen falsch ist. 
Ich habe mich viele Jahre zusammen mit anderen sehr erfolgreichen und heute sehr angesehenen Ärzten, ausgebildet. Ich wurde mit wissenschaftlicher Literatur bombardiert und habe ununterbrochen an Weiterbildungsseminaren teilgenommen, und als Experten haben wir bestimmend behauptet, dass Herzkrankheiten ganz einfach von erhöhtem Cholesterin im Blut kommt. 
Die einzig akzeptierte Behandlung waren cholesterinsenkende Medikamente und eine Ernährung, die das Fett sehr stark reduzierte. Wir haben darauf gepocht, dass letzteres das Cholesterin senkt und so Herzkrankheiten verhindert. Abweichungen von diesen Ratschlägen sahen wir als Irrlehre und würde sehr wahrscheinlich zu einer Fehlbehandlung führen. 
Es funktioniert nicht! 
Dieser Rat ist wissenschaftlich und moralisch nicht mehr zu verteidigen. Die Entdeckung vor ein paar Jahren, dass eine Entzündung in den Arterienwänden die wirkliche Ursache für Herzkrankheiten ist, bewirkt langsam eine Paradigmenwechsel wie Herzkrankheiten und andere chronische Krankheiten behandelt werden. 
Die seit langem etablierten Ernährungsratschläge haben eine Epidemie von Übergewicht und Diabetes ausgelöst, welche aus historischer Sicht alle anderen Epidemien, welche die Menschheit in Termen der Sterblichkeit, menschliches Leidens und erschütternden finanziellen Konsequenzen, in den Schatten stellt. 
Trotz dass 25 % der Bevölkerung teure Statine zu sich nimmt und trotz dass wir den Fettgehalt in unserer Kost entschieden gesenkt haben, werden heuer mehr Amerikaner an Herzkrankheiten sterben, als jemals zuvor. Eine Statistik der American Heart Association zeigt, dass 75 Millionen Amerikaner momentan an Herzkrankheiten leiden, 20 Millionen haben Diabetes und 57 Millionen haben Pre-Diabetes. Diese Krankheiten betreffen jedes Jahr immer mehr und immer jüngere Menschen. 
Einfach gesagt, ohne einen Entzündungsherd im Körper, ist es für das Cholesterin nicht möglich, sich in den Wänden der Blutgefäße anzusammeln und so Herzkrankheiten und Schlaganfälle zu verursachen. Ohne Entzündungsherd, würde sich das Cholesterin frei in unserem ganzen Körper bewegen – genau wie von der Natur vorgesehen. Es ist die Entzündung, die das Cholesterin sich anstauen lässt. 
Eine Entzündung ist nicht kompliziert – sie ist ganz einfach die natürliche Abwehr des Körpers gegen fremde Eindringlinge wie Bakterien, Toxide oder Viruse. Der Entzündungskreis ist in seiner Art perfekt um den Körper vor Bakterien und Virus zu schützen. Aber wenn wir den Körper chronisch gegen Schaden in Form von Giften oder Lebensmittel, welche für die Verarbeitung vom menschlichen Körper nie vorgesehen waren, aussetzen, entsteht ein Zustand, den man chronische Entzündung nennt. Eine chronische Entzündung ist gleich schädlich, wie eine akute Entzündung vorteilig ist. 
Welcher denkende Mensch würde sich selbst bewusst wiederholt für Lebensmittel oder andere Stoffe aussetzen, von welchen man weiß, dass sie dem Körper schaden? Ja, Raucher vielleicht, aber die haben ihre Wahl wenigstens bewusst gemacht. 
Der Rest von uns ist ganz einfach der Ernährungsempfehlung unserer Behörden gefolgt, die einen geringen Fettanteil, einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Kohlenhydraten beinhalten, ohne zu wissen, dass wir unsere Blutgefäße wiederholt schaden. Dieser wiederholte Schaden schafft chronische Entzündungen, die zu Herzkrankheiten, Schlaganfall, Diabetes und Übergewicht, führt. 
Ich wiederhole. Der Schaden und die Entzündungen in unseren Blutgefäßen werden von fettarmer Ernährung verursacht, welche uns seit Jahren vom konventionellen Gesundheitssystem eingebläut wurde. 
Was sind die häufigsten Ursachen für chronische Entzündung? Es sind ganz einfach ein Übermaß an einfachen und verarbeiteten Kohlenhydraten (Zucker, Mehl und alle anderen Produkte, die aus ihnen hergestellt werden) und eine hohe Konsumation von Omega-6 vegetarischen Ölen wie Soja-, Mais- und Sonnenblumenöl, welche in sehr vielen verarbeiteten Lebensmitteln verarbeitet sind. 
Stellen Sie sich vor, dass Sie wiederholt eine steife Bürste über weiche Haut bürsten, bis die Haut rot wird und schon fast blutet. Machen Sie das mehrere Male am Tag, jeden Tag, für die nächsten 5 Jahre. Wenn Sie diese Behandlung aushalten, würden Sie Blutungen erhalten und eine geschwollene infizierte Stelle, die bei jedem Schaden/jeder Behandlung schlimmer und schlimmer werden würde. Das ist eine gute Möglichkeit, sich ein Bild des Entzündungsprozesses zu machen, welcher in Ihrem Körper gerade vor sich geht. 
Egal wo dieser Entzündungsprozess auftritt, extern oder intern, geschieht dasselbe. Ich habe in abertausende Arterien geschaut. Eine kranke Arterie sieht aus, als hätte jemand eine Bürste genommen und mehrere Male ihre Wände gebürstet. Mehrmals am Tag, jeden Tag, schaffen die Lebensmittel die wir essen kleine Schäden, die zu weiteren Schäden führen, die der Körper kontinuierlich und natürlich mittels einer Entzündung heilen muss. 
Während wir den süßen Geschmack eines süßen Brötchen genießen, reagiert unser Körper mit Alarm, wie wenn ein fremder Eindringling angekommen wäre und Krieg erklärt hätte. Lebensmittel, geladen mit Zucker und einfachen Kohlenhydraten, oder die Omega-6-Ölen beinhalten, damit sie länger halten, waren die Stützpfeiler der amerikanischen Ernährung in über 6 Jahrzehnten. Diese Lebensmittel haben langsam alle vergiftet. 
Wie kann der Verzehr eines einfachen süßen Brötchens eine Kaskade von Entzündungen verursachen, die einen krank machen? 
Stellen Sie sich vor, Sie verschütten Sirup über Ihre Tastatur. Dann haben Sie ein Bild von dem, was in Ihren Zellen geschieht. Wenn wir einfache Kohlenhydrate wie Zucker konsumieren, steigt unser Blutzucker schnell an. Die Bauchspeicheldrüse antwortet, indem sie Insulin ausschütten, wessen hauptsächliche Aufgabe es ist, den Zucker in Zellen zu transportieren, in denen sie für Energie gelagert wird. Wenn die Zellen voll sind und keine Glucose brauchen, werden sie weggeschickt, um zu vermeiden, dass der extra Zucker Probleme im System bereitet. 
Wenn die volle Zelle die extra Glucose ablehnt, steigt der Blutzucker, mehr Insulin wird produziert und die Glucose wird als Körperfett eingelagert. 
Was hat das mit der Entzündung zu tun? 
Der Blutzucker wird in einem sehr genauen Intervall kontrolliert. Extra Zuckermoleküle kleben sich an einer Menge verschiedener Proteine, welche dann den Blutgefäßen schaden. Diese wiederholte Schäden an den Blutgefäße lösen eine Entzündung aus. Wenn Sie mehrere Male am Tag einen hohen Blutzuckerspiegel haben, jeden Tag, ist es genau so, wie wenn Sie Schleifpapier gegen die Innenseite Ihres fragilen Blutgefäßes reiben würden. 
Selbst wenn Sie es nicht sehen können, versichere ich Ihnen, dass es so ist. Ich habe es bei mehr als 5.000 Patienten in 25 Jahren gesehen. Alle hatten eine Gemeinsamkeit: eine Entzündung in den Arterien. 
Lassen Sie uns zurück zum süßen Brötchen gehen. Etwas so unschuldiges wie ein Gebäck beinhaltet nicht nur Zucker. Es ist mit einem der vielen Omega-6-Ölen (zB Sojaöl) gebacken. Chips und Pommes Frites sind in Sojaöl getränkt und industriell hergestellte Lebensmittel werden mit Omega-6-Ölen hergestellt, um die Haltbarkeit zu erhöhen. Auch wenn Omega-6 Fett wichtig ist und in allen Zellmembranen sitzt und kontrolliert, was in und aus der Zelle kommt, muss es in der richtigen Balance zu Omega-3 stehen. 
Wenn diese Balance mit einer zu hohen Konsumation von Omega-6 ins Ungleichgewicht kommt, produzieren die Zellmembranen Chemikalien, Cytokiner, die direkt Entzündungen verursachen. 
Die heutige konventionelle amerikanische Ernährung hat eine extreme Unbalance zwischen diesen zwei Fetten zustandegebracht. Das Verhältnis der Unbalance schwankt zwischen 15:01 und so hoch wie 30:01, wobei Omega-6 den größeren Teil stellt. Das ist eine enorme Menge Cytokiner, die Entzündungen verursachen. In der heutigen Zeit wäre ein optimales und gesundes Verhältnis 3:1. 
Um die Sache noch zu verschlimmern, schafft das Übergewicht, dass Sie von diesen Lebensmitteln mit sich herumtragen, überbelastete Fettzellen, welche große Mengen von Pro-Entzündungs-Chemikalien aussondern, welche die Schäden vom hohen Blutzucker noch weiter ausbreiten. 
Der Prozess, der mit einem süßen Brötchen eingeleitet wird, wird mit der Zeit zu einem Teufelskreis, der Herzkrankheiten, hohen Blutdruck, Diabetes und schlussendlich, Alzheimers hervorruft und der Entzündungsprozess geht ungehindert und mit unverminderter Kraft weiter. 
Wir kommen nicht um das Faktum herum, dass je mehr industriell hergestellte Lebensmittel wir konsumieren, wir die Entzündung immer weiter vorantreiben – Tag für Tag. Der menschliche Körper kann keine Lebensmittel, die mit Zucker vollgestopft und in Omega-6-Öl getränkt sind, hantieren und er ist auch nicht dafür geformt. 
Es gibt nur eine Antwort, um die Entzündungen zu entschärfen, und das ist die Rückkehr zu natürlichen Lebensmitteln. Um Muskeln aufzubauen, muss mehr Protein gegessen werden. 
Wählen Sie Kohlenhydrate, die sehr komplex sind, wie farbenfrohes Obst und Gemüse. Verringern oder verbannen Sie entzündungsverursachende Omega-6-Fette wie Mais- und Sojaöl und damit hergestellte Lebensmittel. Ein Esslöffel Maisöl beinhaltet 7,280 mg Omega-6, Sojabohnen beinhalten 6,940 mg. Verwende stattdessen Olivenöl oder Butter (Anm. keine Margerine). 
Animalische Fette beinhalten weniger als 20% Omega-6 und die Wahrscheinlichkeit einer Entzündung ist viel geringer als die von vermeintlich gesunden mehrfach gesättigten Öle. Vergessen Sie „Wissenschaft“ die seit Jahrzehnten in unsere Köpfe geklopft wurde. Wissenschaft die besagt, dass gesättigtes Fett die einzige Ursache für Herzkrankheiten ist, gibt es nicht. Wissenschaft die besagt, dass gesättigtes Fett das Cholesterol im Blut erhöht, ist auch sehr schwach. Und weil wir jetzt wissen, dass das Cholesterol nicht die Ursache für Herzkrankheiten ist, ist die Angst vor gesättigten Fetten heute noch absurder. 
Die Cholesterol-Theorie führte zu „kein Fett“ und „wenig Fett“ Ratschlägen, die dann genau die Ernährung schuf, die eine Epidemie von Entzündungen verursachte. 
Die etablierte Medizin hat einen furchtbaren Fehler gemacht, als sie den Menschen geraten hat, gesättigte Fette zu vermeiden und Essen, reich an Omega-6-Fetten, vorzuziehen. Wir haben nun eine Epidemie von arteriellen Entzündungen, die zu Herzkrankheiten und anderen leisen Mördern führt. 
Was Sie tun können ist wieder die natürlichen Lebensmittel zu wählen, die Ihnen Ihre Großmutter servierte und nicht die, die Ihre Mutter angefangen hat zu verwenden, als die Lebensmittelregale mit Fertiggerichten gefüllt wurden. Durch das eliminieren des entzündungsfördernden Essens und das Zufügen von wichtigen Nährstoffen von frischen, unverarbeiteten Lebensmittel, können Sie die schädlichen Jahre Ihrer Arterien und Ihres Körpers, die Sie durch die Konsumation der typischen amerikanischen Ernährung erlebt haben, rückgängig machen. 

Anm. Dr. Dwight Lundell ist der ehemalige Chief of Staff und Chief of Surgery am Banner Heart Hospital, Mesa, AZ, USA. Seine private Praxis, Cardiac Care Center, war in Mesa, AZ, USA. Kürzlich verließ Dr. Lundell die Chirurgie um sich auf die Behandlung von Herzkrankheiten mittels Ernährung zu konzentrieren. Er ist der Gründer der Healthy Humans Foundation, welche Gesundheit fördert, mit einem besonderen Focus auf die Hilfe für große Unternehmen, Wellness und Gesundheit in den Unternehmen zu etablieren und auszubauen. Er ist der Autor von The Cure for Heart Disease und The Great Cholesterol lie.

 Was denkt ihr?

/little MissBennet