Mittwoch, 20. März 2013

Verkürzt Fleisch wirklich unser Leben?




Es ist mal wieder Zeit für schlechte Nachrichten - wieder etwas, was unser Leben verkürzt. Diesmal: rotes Fleisch. Essen wir rotes Fleisch, wie Rind und Lamm, sterben wir früher.

Aber stimmt das wirklich?

Die Medien berichten über neue Studien, aber haben sie diese auch wirklich verstanden? Verstehen sie auch, dass Observationsstudien nur Theorien zulassen? Diese Theorien müssen jedoch erst durch schwerere, teurere Versuchsstudien bewiesen werden.

Dass es die Anzahl an Toten durch Ertrinken gleichzeitig mit dem Eisverkauf steigt, beweist zB nicht, dass man ertrinkt, wenn man Eis isst. Da gibt es immer störende Faktoren, die man nicht misst. Wie zB dass Ertrinken und der Eisverkauf meist im Sommer steigen.

In diesem Video wird erklärt, was es mit Observationsstudien auf sich hat und warum dies nur Theorien sind. Sehr amüsant, lustig und informativ! MUST SEE!

Science for dummies smart people




Die neue Studie über Fleisch ist eine Statistische Analyse von Nurses´ Health Study und Health Professional´s Follow-up Study. Hier schickte man regelmäßig Erhebungen an insgesamt über 100.000 amerikanische Krankenschwestern. Dies von den 80ern bis 2008.

Danach wurden die Teilnehmer in fünf Gruppen eingeteilt. Die, die am wenigsten Fleisch essen, links, bis zu denen, die am meisten Fleisch essen, rechts. Wenn man sich die Studie nun anschaut, fallen einem mehrere Bereiche auf, in denen sich die Gruppe aber weiters unterscheidet.


Quelle: Arch Intern Med.

Was zeigt uns also die Studie? Fleischfresser rauchen, saufen und liegen nur herum.

  • Sie rauchen fast 3x soviel
  • Sie machen viel weniger Sport
  • Sie sind dick und haben öfters Diabetes und hohen Blutdruck
  • Sie nehmen weniger Vitamine zu sich
  • Sie essen viel mehr Kalorien
  • Sie essen weniger Früchte, Gemüse und Fisch
  • Sie trinken mehr Alkohol
Das Ergebnis der Studie ist also logisch:

"Rauchende, herumliegende Übergewichtige mit Diabetes und hohen Blutdruck, die mehr Alkohol trinken als sie sollen und rotes Fleisch und sehr viel (ungesundes?) Essen essen, außerdem ihre Vitaminkapseln, Früchte, Fisch und Gemüse nicht zu sich nehmen und eher Weißbrot und Nudeln essen, sterben früher. Also ist Fleisch gefährlich."

Selbstverständlich hat man diese Störfaktoren mit verschiedenen ausgetüftelten statistischen Methoden kompensiert und so die Zahlen realistischer dargestellt. Aber alle Faktoren können nie mit eingerechnet werden. Es gibt immer noch mehr Faktoren.

Wenn man schon so ungesund lebt, wie der oben genannte Fleischfresser, macht man dann nicht noch vielleicht viel mehr Dummheiten? Dummheiten, die man nicht erfragt hat?

Wahrscheinlich schon. Was ist zB mit Stress und weniger Schlaf? Depressionen und anderen körperlichen Krankheiten?

Was aber noch auffallender ist, ist dass die Fleischesser viel mehr Kalorien zu sich genommen haben. Woher kommen die? Wenn sie weniger Früchte, Gemüse, Vollkorn und Fisch gegessen haben, was haben sie denn dann mehr gegessen?

Fastfood und die enormen mengen an Limonade, die wir jeden Tag zu uns nehmen, wurden nicht berücksichtigt. Und das Zucker schlecht ist, streitet wohl heute niemand mehr ab. Zucker wurde nicht berücksichtigt.

Den einzigen Schlusssatz, den andere Ärzte und Forscher daraus ziehen: Lebt man ungesünder, stirbt man früher. Logisch!

Aber das hätte ja keine Schlagzeilen gegeben.

Solange wir uns ausgewogen und gesund ernähren, werden wir auch nicht früher sterben.

/little MissBennet

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